eine freundin erzählt: #3

louise erzählt mir am späten abend in meinem zimmer von einer erinnerung, die sie plagt. ihre worte im sinn zusammen gefasst:

 

„Und es gab disesen moment. Es gab ihn!
Wir sind in der küche und gerade dabei zu kochen. Er hat nicht bemerkt, dass ich meine hände nach dem abspülen nicht abgetrocknet habe.
„komm mal her!“ ich strecke sie ihm entgegen. Ich nehme ein kurzes flackern in seinen augen wahr, während sich seine hände in richtung meiner taille bewegen. ich lege ihm die hände ans gesicht – er legt seine sehr schüchtern um meine taille.
sein zuversichtliches lächeln – es weicht plötzlich spielerischer empörung als er merkt, dass meine hände nass sind. wir fahren auseinander, ich verlasse hüstelnd und lachend die küche auf schnellem fuß. täusche ich mich, oder habe ich kurz echte enttäuschung wahrgenommen? ich glaube er dachte es liefe auf einen kuss hinaus. den einen. nach ewigkeiten des wartens. ich ärgere mich nun über diese situation wie sie dort war. er wollte es. ich wollte es. durch meinen streich habe ich augenmerklich jene ungewollte grenze gezogen. natürlich habe ich im voraus nicht über diese aktion nachgedacht. ich wollte ihn ärgern, wie wir es schon vorher zu tun gepflegt haben. über solche gegebenheiten kann man leider nicht sprechen, schlichtweg unmöglich.“
„we used to say
that we were
brother and sister..“

[j.p. verdin – „little sister“]
„noch viel verwunderlicher wird es mir dann, wenn ich in mich hinein horche. ich stelle fest, es ist nur die zuneigung seinerseits als errungenschaft die ich will. ich sehne mich danach, aber in keinem fall langfristig. ich bekam immer wieder beinahe einen herzanfall, wenn er meine hände oder meine haare geküsst hat. man könnte daraus natürlich ein nähe-problem schließen, allerdings bin ich mir anderer sachen noch gewahr. seine einstellungen, seine ansichten, sein leben sind nicht das meine. ich mag ihn. ich mag seinen charakter sehr. er ist jemand zum heiraten.“

louise sieht in diesem moment so verträumt aus, als wäre jene zukunftsvorstellung das schönste der welt.
auch wenn ich sie nicht aus jener spähre zurück zerren möchte, sage ich:

„wenn wir mal übertreiben, weißt du allerdings auch, dass du ihn jetzt noch nicht heiraten willst. du begehrst es zwar, aber du willst es nicht wirklich, weil du noch lieber leben willst. du willst noch für so viele männer fallen und aufstehen.
ich bin mir sicher, dass du lieber den langfristigen kontakt zu ihm behalten willst, als ihn nach zwei wochen aufgeben zu müssen. dies bedeutet, dass du die freundschaft pflegen musst. du darfst dich ihm nicht annähern, keine signale senden. aber freu dich doch darüber, du kannst so wieder die unnahbare geben und du hast eine wunderbare freundschaft mehr. und am wichtigsten: du kannst dir deinen streich vergeben. rückblickend, war es doch gut, dass nichts geschehen ist. so ist es auch fair für ihn. ich wette, er weiß gar nicht was du dir für gedanken darüber machst. auch wenn du denkst, du hättest damit den ersten schritt in die falsche richtung getan, irrst du dich. genieße seine gesellschaft, wenn ihr euch seht und begehre jemand anderen. es ist so leicht sich zu vergeben, halte nicht daran fest, befehle es deinem kopf.“

 

 

 

 

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