sempiternal, wbtbwb, uk subs

stell dir eine kamera vor, die über die köpfe der masse hinwegschwebt. weiter oben stagniert sie, dann saust sie auf dich hinunter, macht vor deinem genüsslichen gesicht vor der bühne halt und dich in zeitlupe verfolgt.
es ist ein herrliches konzert. der song nimmt dich gerade mit. nach dem dritten mal refrain kannst du die endlosschleife dann auch mitsingen „gib dir mehr zeit, gib dir mehr zeit, gib dir mehr zeit für dich und – mich“. du hast deine schuhe bereits im ewigen modder verloren..
nur singt der gute mr maurice ernst nicht “ mehr zeit für dich und mich“, sondern „für dich und – OOOM“. um welche entspannung es hier geht, sei dahin gestellt, keiner weiß. im R2D2-intro des songs „OM“, setzt er dann an mit seiner zeit-singerei, aber eigentlich schweift der musikalische fokus eher auf seine stimm-wirbelungen. der wiener dialekt, eine lässige arroganz schwingt mit die doch so exzentrisch klingt, das man sich dieses wahrhaftige OM immer immer wieder anhören will. der song erinnert an flackernde lichter. an „flashing lights“ (kanye west) auch wenn man sich darauf einlässt und mal im wahrsten sinne des wortes in die materie des stücks hört.

mein persönlicher favorit auf dem album, dessen namen ich echt nicht mag (schick schock) ist dann aber doch „barry manilow“. für manche zerstört die elektronik die schönheit der gitarren, für manche ist es ein gedicht. wenn man dabei ist, selber musik zu kreieren stößt man als amateuer irgendwann zwangsläufig auf die frage, was einen song ausmacht. ob die snare an der stelle wirklich noch notwendig ist. diese band klingt für mich so, als hätte sie das in feinen zügen ereilt. teilweise wirken die song etwas überladen. für jemanden, der seine freude nur an akzenten hier und da und einzelnen(!), überlegten „spotlights“ hat, mag wohl jene musik eher verschmähen, muss aber nicht. „barry manilow“ ist sogar herrlich überladen. nach einem monat fällt der wiener dialekt auch nicht mehr auf. im „musikexpress“ habe ich ein interview über die tolle band wanda gelesen, mit der jene band zeitweise verglichen wurde, aufgrund ihrer wiener herkunft.  maurice ernsts stimme erinnere stark an den guten alten falco, shreibt die „zeit“. soll ich euch mal sagen warum sie euch an ihn erinnert, weil ihr anscheinend nichts anderes wienerisches kennt, ihr genies! Man hat in der „südwest presse“ bereits die „neue österreichische welle“ ausgerufen. die sogenannten musik-experten haben anscheinend ja, panik vergessen! aber mal abgesehen davon, könnte man dieser unterstellung auch einfach recht geben und experten experten sein lassen, es sind ja bereits schon ganze zwei bands aus GANZ österreich erfolgreich!

bilderbuch. eine band die ich bisher grundlos auf festivals ausgelassen habe, à la „was der bauer nicht kennt, frisst er nicht“. der letzte sonntag des festivals hatte diefinitv doch noch sein gutes, trotz nicht endendem regen sowie matsch, modder, schlamm überall. congrats.

letztendlich frage ich mich, seit wann ich mir eine verdammte aussage in einem song wünsche! aber bis ich eine antwort auf diese fragen gefunden habe, esse ich weiter nichts, erfreue mich am thc-abbau und versuche irgendwo kanye wests „fade“ aufzutreiben. neugierig.

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. (check 36:23 für „easy baby“)

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BUCH DER WOCHE: Eva Moraal: „Zwischen uns die Flut“

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