die magie des ortes oder: letters to..

Jonas.

eine von vielen schönen aktivitäten ist wohl, sich plumper beschallung mittels filmmaterial hinzugeben. im besten fall, befindet man sich dazu in einem geräumigen saal, mit einer riesigen leinwand und einer menge sitzreihen aus weichem polster und angenehmem blauen veloursstoff. man könnte einen solchen besuch fast ritualisieren;
du betritts das gebäude und dir schlägt ein duft von süßem mais entgegen, der dich zu der theke leitet, an welcher du deine karte erwirbst. sie ist nicht aus papier, aber wenn du nur schnell genug nach der aushändigung darüber streichst, erhaschst du vielleicht noch etwas druckerschwärze. du watest den weg über den teppichboden und man empfiehlt dir einen weg zu deinem saal, bis du drinnen angekommen doch noch einen blick in schummrigem licht auf etwaige nummer auf der zarten pappe wirfst. du lässt dich in deinen sitz fallen und er fängt dich auf, er begrüßt dich nach drei monaten genauso wie nach drei tagen. es ist nur ein sitz.
aber wenn du deine halbseligkeiten arrangiert hast, bist du dann bereit für drei stunden wundervolles eintauchen in andere zeit und räume. das licht erlischt, der vorhang schiebt sich beiseite – es knistert. erste geräusche, der erste ton und das erste musikstück. die ersten bilder, und du versinkst. du gibst deine kontrolle ab und lässt dich in die dir dargebotene visualisierung fallen.
dir fährt eine freude durch die magengrube, denn du hast dich auf den film gefreut. du hast die ganze woche zuvor den soundtrack dazu gehört und jedes mal wenn ein titel ansetzt, schmunzelst du. und wenn das stück kommt, welches du am sehnsüchtigsten gehört hast, versinkst du in spährischer paralyse, denn jede melodie, jeder ton erfüllt dich.

ich mag das kino so sehr. es ist simpel, langzeit-existent und verlässlich. denn filme werden immer gespielt. aber simpel sind auch begegnungen, des zweckes getrieben. eh man sich versieht, wird man nach zigarettenutensilien gefragt. und eh man sich versieht, werden aus fünf minuten zehn und überraschter perplexität weicht ein verhältenes lächeln. so unkompliziert, so angenehm simpel – selbstverständlich. die welt wird für einen kurzen moment ausgeblendet..

.

Advertisements

Ein Gedanke zu „die magie des ortes oder: letters to..

  1. Du hast echt tolle Worte für so etwas simples wie ein Kinobesuch gefunden, ich mag deinen Schreibstil! Das Kino ist auch für mich ein wunderbarer Ort und ich kenne das sich im ganzen Körper ausbreitende Gefühl von aufgeregter Vorfreude bei einem Film, auf den man schon so lange sehnsüchtig gewartet hat. Und wenn man dann in seinem so vertraut vorkommenden Sessel sitzt, greift der Film nach dir und bietet dir ein wie du so toll sagst „wundervolles eintauchen in andere zeit und räume“.

comment

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s