the fake tales of yvaine – I

die luft der wüste war staubtrocken. der sandsturm war vorüber. nun war nicht mehr eine briese zu vernehmen. amad befreite seine hände aus dem sand und zog die kapuze vom kopf. er hielt ausschau nach einem hügel, nach der decke die er vorhin über den jungen geworfen hatte. „amaaad“ hustete es hinter ihm. mit der schärfe eines adlers wandte amad den kopf und erblickte den jungen blutverschmiert in einer sanften senke liegend. ohne decke.
gedanken an die geschehenisse von vor zwei tagen peitschten noch immer auf ihn ein, aber der anblick des jungen brachte die ruhe zurück in seinen körper. er hatte schon früh gelernt, nicht aus der haut zu fahren. eine der acht tugenden der osiren.
da amads pferd mit all seinen habseligkeiten den sandsturm nicht überlebt hatte, entfernte er die ärmel des nachtblauen leinenhemdes. alte erinnerungen dieser farbe versuchten die barrikaden zu seinem bewusstsein zu erkämpfen, aber die über jahre hinweg versteinerten mauern hielten stand.
„raleer, das war nicht der sand. woher hast du die wunde?“
das frische blut vermischte sich mit dem nachtblauen verband.
„ech hab versucht dein’n galopper aufzuhaltn. habs bemerkt, euer band. habs die ganzn zeit bemerkt als ech euch folgen hab, aber ers einfach durchgegangn! hat mech getroffen alss ausgerastet is.“
„hoffentlich heilt es schnell. heute nach wird der mond günstig stehen und wenn ich dich bis jalet bringen kann, kannst du dich morgen früh sofort einem medinarius vorstellen und der – “
raleer hatte das bewusstsein verloren.

der junge war nun schon seit einem viertel sonnenzyklus bewusstlos. mit schmerzenden füßen und rücken erkannte amad endlich den wald in einiger entfernung. er erinnerte sich an eine felshöhle auf der anderen seite des waldes. wenn er es mit raleer vor sonnenaufgang bis dorhin schaffen könnte, würde der junge überleben.
obwohl alles um ihn so verdorrt und sein mund so trocken war, fühlte amad sich klarer denn je. er war zuhause, amad liebte die wüste. jahrelang hatte er bei in den gemäuern gelitten. nicht zuetzt beschäftigte ihn die frage, ob sie es wert gewesen war. den entzung von der weite, den klaren nächten unter der heiligkeit der osirischen traumbilder der sterne. und den sand. er ertappte sich dabei wie er stehen geblieben war und versuchte jedes einzelne sandkorn zwischen seinen zehen zu erfühlen.

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