sollte ich je ein buch schreiben, werde ich es „besser als der film“ nennen / SEQ1

richtig oder fasch, frage oder antwort, frage und antwort, betrügen, lügen, fliegen, lieben – FLÜCHTEN.
am besten in eine sequenz.

es ist ein heißer tag im sommer. du hast dich etwas von der gruppe entfernt, um in dieser riesigen, kroatischen altstadt mal einen moment zur ruhe zu kommen. es scheint als stünde die brennende sonne direkt am mittelpunkt des himmels von deinem standort aus. die straßen sind zu dieser mittagsstunde leer gefegt. du biegst in eine der verwinkelten gassen ein. du hörst das leise schachern deiner leichten schuhe über den blanken sandsteinboden der stadt und erreichst einen platz. hier scheint es keinen schatten zu geben. unter den wenigen weißen schirmen des cafés zu deiner linken seite, hocken sich nur wenige menschen. touristen die sich ihre zeit vertreiben, bis die mittagspause der geschäfte vorüber ist und die menschen wieder ihren platz im altstadtwusel einnehmen. du schlenderst daran vorbei, denn du hast auf rechter seite die treppe der kirche entdeckt und lässt dich nieder. etwas entfernt, jagt ein kleiner junge einer dicken, hartnäckigen taube hinterher, bis er einen alten mann anrempelt. dieser dreht sich um, jedoch kannst du sein gesichtsausdruck nicht erkennen. seine hose ist etwas verschlissen, aber er trägt ein strahlend weisses hemd. er überquert den platz, sieht auf seine uhr. der schatten der turmuhr hat sich nun langsam richtung platz begeben. deine augen entspannen sich. denn wenn du den kopf etwas nach hinten lehnst, befindet sich dein kopf in erlösendem, kühlen schatten. du beobachtest wie der mann im nebeneingang der kirche verschwindet, lässt noch kurz deine augen schweifen, schließt dann aber die augen und lässt deinen rücken gegen die noch heiße eingangssäule lehnen. die zeit verstreicht, als du die augen wieder etwas öffnest und schemenhaft zu dem café herüber blinzelst. dein blick fällt auf den kellner, der sich eine kippe ansteckt und drei sekunden später wieder ins haus gerufen wird. er serviert eine weiße tasse und einen zuckerstreuer. noch als du dich fragst, ob darin vielleicht doch samtiger kakao ist, ertönt neben dir ein zarter ton. der alte man steht mit einer geige vor der kirche und dieser ton schwillt zu einer sehnsüchtigen melodie an. plötzlich stürmen ein paar polizisten den platz und der mann schreckt auf -und verschwindet. etwas in dir ist bei seinem leidigen, sehnsüchtigen gesichtdausdruck gestorben. plötzlich nimmst du direkt neben dir eine gestalt wahr, direkt vor dir aber trotzdem erkennst das gesicht nicht, es ist wohl zu hell. bietet dir einen kopfhörer und eine schulter an. so liegt ihr da. und beobachtet die leute. die kirchturmuhr hat irgendwann drei geschlagen und ihr habt zugesehen wie sich alles wieder gefüllt hat. aber ihr seid einfach etwas sitzen geblieben.
irgendwann seid ihr zum hafen geschlendert und einfach auf eine fähre gestiegen.

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♠7

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