frühstückshaltung

während ich mein gutes frühstücksei esse, kommen mir auf einmal ein trojanischer gedanke. völlig versunken merke ich dass mein ei seltsam gut schmeckt. auf der verpackung prangt auf einem bedruckten sticker „L“. ich habe mich vohin schon mit dem gedanken über die größenklassen gemacht. etwas anderes als freilandhaltung kommt sowieso nicht infrage, aber bio ist auch nur eine marke. ein einziger riesiger marktgag, denn (wer weiß das nicht) biokram ist immer teurer. ich glaube daran, dass es bio- richtlinien gibt, aber dem im laden stehenden, kann ich bei gutem gewissen nicht über den weg trauen. ich muss jetzt feststellen, dass ich unbewusst jedes ei, das ich esse prüfe.
– maße, entschalung, konsistenz, färbung, beschalung, geschmack – während ich es esse und über seinen geschmack nachdenke, überlege ich ob dieses ei auch von einem „unglücklichen“, übermästeten huhn stammt. es schmeckt gut. aber ist geschmack denn norm? nein es ist eigenes epfinden aus gewohnheit und der vom supermarkt, vom konzern, von der industrie bestimmten auswahl, die dem kunden momentan zugeführt werden soll. schmeckt mir dieses ei also nur, weil der örtliche supermarkt zeitweilig eier eines anderen anbieters anbot? oder weil aufgrund knappheit eines futtermittels der tiere ein anderes verwendet wurde? ist dies eigentlich ein minderwertiger geschmack und ich kann es nur nicht erkennen, da uns dieser geschmack schon früher zugeführt wurde?
ich lege den löffel beiseite.

da hilft: mit opa wieder sonntagnachmittags zu der kleinen, privaten, versteckten, 150km entfernten bäuerin zu fahren. um die eier eigenhändig aus dem handgefertigten, kleinen holzstall von zehn hühnern zu sammeln. (therese, gundela, gundelas schwester, laufi, reni, jola, aphrodite, mella, serafina, ele). für eigeschmack, den man dann besseren gewissens erfahren kann. um sich einzubilden, dies wäre der echte.


massentierhaltung. schonmal überlegt ob es vielleicht gar keine richtige massentierhaltung gibt? „doch das sieht man doch jeden tag im fernsehen!“ (du glaubst, was im fernsehen läuft? du siehst noch fern?) könnte es sein, dass staat und industrie möchten, dass wir massen verspeisen? wohlwollend wissend, dass das tier von dem man sich just im moment ernährt, unter gesellschaftlich niedrig angesehenen bedingung gezüchtet wurde?
wozu? zu einer tieresausrottung?
„du hast doch zu viel fern gesehen.“

genau. höre lieber einen wunderschönen song von the doors, als sie sich mit the soft parade so lakonisch und platt zeigten? jim morrisons talent eingeschüchtert, vertrieben von drogen und ruhm. aber der song ist ja nett!!
..

nachwort:
ich bin weder vegetarierin, veganerin, frutarierin, noch ordne ich mich einer anderer essens-präferenz-kategorie zu. sie sind meiner meinung nach hauptsächlich von trends, übertreibungen und gestreuten marktstrategien gesteuert.

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2 Gedanken zu „frühstückshaltung

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